Neue Sonderausstellung des DCR eröffnet Portraits von „hängen gebliebenen“ US-Amerikanern

Das Docu Center Ramstein zeigt seit der vergangenen Woche seine neue Sonderausstellung „Hängengeblieben/Stayed“. Im Mittelpunkt stehen Lebensgeschichten von Personen aus den USA, die aus unterschiedlichsten Gründen hier in Deutschland geblieben sind. Präsentiert werden 15 großformatige Hochglanzfotografien von dem Kaiserslauterer Fotografen Thomas Brenner. Sie werden ergänzt um Texttafeln mit den jeweiligen Biografien. Die Ausstellung ist zweisprachig. Zu der Ausstellung ist ein 36-seitiger zweisprachiger Katalog erschienen. 

Hintergrund

Seit den frühen 1950er Jahren ist das US-Militär ins Rheinland-Pfalz präsent. Die Zahl der US-Bürger, die seither als Militärs, deren Angehörige oder Zivilangestellte hier gelebt haben, geht in die Millionen. Zeitweise machten sie fünf Prozent der Gesamtbevölkerung in diesem Bundesland aus. Auch aktuell dürften es immer noch zwischen Vierzig- und Fünfzigtausend sein, die hier auf Zeit leben und arbeiten.
In den zurückliegenden Jahrzehnten sind, neben all jenen, die nach der Dienstzeit zurückgegangen sind, einige hiergeblieben. Genaue Zahlen und Hintergründe kennen wir aber bis heute nicht. Daher richtet das DCR in seinem neuen Ausstellungprojekt„Hängengeblieben“ ein erstes Augenmerk auf genau die Personen unter uns, die sich zum Bleiben in Deutschland entschieden haben. Ziel dabei war es, Menschen mit möglichst unterschiedlichen biografischen Hintergründen und Erfahrungen zu finden.


Persönliche Interviews

Wie Michael Geib, Leiter des DCR, erläuterte, habe man in Einzelgesprächen versucht, etwas über die individuellen Lebenswege zu erfahren. Was hat sie nach Europa geführt? Was waren ihre Beweggründe, ihre alte Heimat hinter sich zu lassen? Wie sind sie in der neuen Heimat Deutschland zurechtkommen? Was schätzen sie hier und was vermissen sie? Geib: „Auf Grundlage dieser sehr persönlichen Interviews hat der Fotograf Thomas Brenner dann entsprechend ausdrucksstarke Porträtstudien der jeweiligen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in dem entsprechenden Umfeld geschaffen.“So sind am Ende 15 ganz persönliche Lebensgeschichten in Bild und Wort entstanden. Sie erheben selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die unterschiedlichen Lebensschicksale wollen vielmehr auf ein spannendes und bisher kaum beachtetes Kapitel deutsch-amerikanischer Nachkriegsgeschichte aufmerksam machen.